Den Begriff der Agilität kennen wir alle. Doch was bedeutet er im Alltag und wie äussert sich ein agiles Vorgehen überhaupt? Der Begriff stammt aus dem lateinischen und bedeutet "flink" und "beweglich". Mit anderen Worten: es geht darum, schnell und beweglich agieren zu können.
Um so schnell und beweglich wie möglich zu sein, müssen sie sich zunächst von der Vorstellung verabschieden, sie könnten alles kontrollieren und im stillen Kämmerlein arbeiten. Oft ist schon vor der Existenzgründung bis ins letzte Detail genau feststeht, welche Produkte oder Dienstleistungen es geben wird oder wie ein Gastraum in der Gastronomie genau aussehen soll. Typisch ist auch, diese Planungen 'ohne den Wirt' zu machen, also ohne potentielle Kunden einzubeziehen. Das Ergebnis sind oft
Um Agil zu agieren, müssen Sie zuerst lernen, dass sich Ihre Entscheidungen an Kundenbedürfnissen orientieren müssen, nicht nach Ihren persönlichen Vorlieben und Wunschvorstellungen. In vielen Fällen passen Ihre Vorstellungen wohl mit denen der Kunden zusammen; in einigen Fällen müssen Sie allerdings damit rechnen, dass Ihre Kunden einen anderen Weg bevorzugen, als der, den Sie selbst vielleicht beschreiten würden.
Die Konseqzenz aus dieser Erkenntnis sollte letztlich ein loslassen sein. Versteifen Sie sich nicht darauf, dass Ihre Geschäftsidee genau in der Ausgestaltung, die Sie geplant haben, funktioniert. Lassen Sie Spielräume für Veränderungen, Erweiterungen oder Ergänzungen Ihrer Geschäftsidee. Unter Umständen ist sogar das Verwerfen einer Geschäftsidee sinnvoll, wenn sich zeigt, dass diese keine Akzeptanz findet. Nur so bleiben Sie beweglich und können schnell reagieren - wer sich zu sehr an eigene Vorstellungen und eigenes Wunschdenken klammert, gerät schnell in die Situation, etwas aufzubauen, das gar nicht gefragt ist und dies dann auch noch viel zu lange aufrecht zu erhalten.
Die agile Existenzgründung versucht nicht, aus der Ungewissheit vor der Gründung eine Gewissheit zu machen. Eine solche "Gewissheit", die oft noch durch das Erstellen eines Businessplanes verstärkt wird, gibt es letztlich nicht - Sicherheit ist eine Illusion; besonders wenn es um eine Existenzgründung geht. Vielmehr sollten Gründer die bevorstehende Ungewissheit annehmen und dann in einem laufenden Prozess alle zu klärenden Fragen beantworten. Das sollte dann auch im Laufe des gesamten Selbstständigenlebens fortgeführt werden. Nach Möglichkeit sollte dies unter Einbezug von Kunden geschehen. Damit wird der unvermeidlichen Tatsache, dass zu Beginn eines Gründungsprojektes eben noch nicht alle Details festgelegt sein können, Rechnung getragen.
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