Existenzgründung im Web 2.0 - Seite 2
Die häufigste und beliebteste Form Geld im Web2.0 zu verdienen, ist das Aufschalten von Werbung auf Webseiten. Das erfordert allerdings hohe Besucherzahlen, um damit lukrativ arbeiten zu können und auch wirklich Geld zu verdienen. Wer zehntausend Besucher pro Monat auf eine Webseite bekommt, darf bestimmt stolz darauf sein - der grosse Reichtum ist damit allerdings nicht zu erwarten. Wer darüber nachdenkt, über die Aufschaltung von Werbung Geld zu verdienen, der sollte herausfinden, welche Beträge für das jeweilige Themengebiet üblich sind. Mit manchen Themenbereichen, die auf Webseiten aufgegriffen werden, lässt sich mehr verdienen, mit anderen weniger. Je nachdem müssen dann die Besucherzahlen und ausreichen, um punkten zu können.
Eine zweite Variante, um zu Einnahmen im Web2.0 zu kommen, ist das Verkaufen von Diensten. Zu diesen Diensten zählen beispielsweise Business-Kontakt-Seiten wie Sing oder das auffinden von alten Schulfreunden bei Stayfriends und ähnliches. Wer hier ernsthaft mitmachen will, braucht eine Mitgliedschaft. Typischerweise arbeiten die meisten Plattformen bei der Kundengewinnung mit so genannten Lock-In-Effekten: Der typische User bekommt einen kostenlosen Zugang, mit der er aber nur Teile der Plattform nutzen kann. Hat er sich ersteinmal an die Plattform gewöhnt und herausgefunden, welche Teile ihm entgehen, steigt die Bereitschaft, einen - meist kleineren - Betrag für die Nutzung des kompletten Dienstes zu zahlen.
Ach ja ... da wir hier gerade beim thema "kleiner Betrag" sind: Die meisten Plattformen dieser Art leben ausschliesslich von hohen Kundenzahlen. Es gibt also zwei Wege nach Rom: Entweder die Mitgliedschaft ist kostengünstig und spricht viele Menschen an oder die Mitgliedschaft ist etwas teurer und spricht eine ganz spezielle Klientel an und wird damit zum qualitativ hochwertigen Nischenprodukt.
Ein weiterer typischer Dienst im Internet besteht aus dem Angebot von Downloads. Nein, hiermit sind keine illegalen Film- oder Musik-Plattformen gemeint; sondern ganz legale Angebote. Vom Online-Business-Ratgeber über nützliche Dokument-Vorlagen, Bilder und vieles mehr. Das nützliche daran: Der Nutzer zahlt gerne, weil es sich um kleine Beträge handelt und weil im Gegensatz zu den meisten Alternativen das Angebot günstiger ist, als beispielsweise einen Anwalt mit der Erstellung eines Mustervertrages zu beauftragen.
Probleme gibt es beim Angebot von Downloads allerdings mit der Rechtslage: Das Gesetz verlangt eigentlich ein Rücktrittsrecht für den Kunden von zwei Wochen für geschäfte, die mit Hilfe des Internet abgewickelt werden. Aber wie in aller Welt soll der Kunde eigentlich einen Download zurückgeben? Die Rechtssprechung hierzu ist dementsprechend unterschiedlich; eine verlässliche Entscheidung hierzu gibt es nicht. Also muss der Anbieter auf möglichst wenige rebellierende Kunden hoffen, die ihr Geld zurück verlangen. Wenn das Angebot gut ist, wird die Zahl von Kunden, die vom Geschäft zurück treten wollen, ohnehin eher gering ausfallen.
Grosse Zukunftperspektiven haben Plattformen im Bereich Software as a Service. Das zeigen Plattformen wie amiando, die das Verwalten von Events und die Einbindung von Funktionalitäten rund um Events auch für kleinere Unternehmen ermöglicht, die kein eigenes Buchungssystem brauchen oder wollen. Raum für Ideen in diesem Bereich gibt es genug - es muss nur der Richtige kommen, um diese Ideen umzusetzen. Dabei können Plattformen die Software as a Service bieten, auch von einigen grossen Kunden leben und sind - je nach Ausrichtung - nicht unbedingt auf grosse Nutzerzahlen angewiesen.
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